“Es sind die kleinen Dinge des Lebens…”.

Text: Magdalena Fleckenstein

Wer in Spanien Tapas genießen möchte, geht nicht etwa, wie in Deutschland, in ein Restaurant. Viel mehr bestellt man die pikanten Appetithäppchen auf der abendlichen Ronda por los Bares, in Kneipen oder Bodegas, immer im Wechsel mit einem Schoppen Wein oder ein Glas Bier. Für diesen Vorgang haben die Spanier sogar ein eigenes Verb erfunden: tapear.

Um die Geschichte der Tapas ranken sich verschiedenste Legenden: Um die Vorliebe seines Volkes für Wein zu kontrollieren, soll etwa im Mittelalter König Alfons X von Kastilien angeordnet haben, alkoholische Getränke nur zusammen mit Nahrungsmitteln zu verkaufen. Aus der anfänglichen Gegebenheit, eine Scheibe Brot zu servieren, entbrannte unter den Gastwirten alsbald ein kreativer Wettkampf um das originellste Tapa. Ein anderer Ansatz leitet sich aus der Herkunft des Wortstammes „tapa“, was so viel wie Deckel bedeutet und von „tapar“ (abdecken) kommt, ab. In den andalusischen Schenken sollen die Gäste Brot- oder Käsescheiben als Deckel für Ihre Sherry-Gläser verwendet haben, um den kostbaren Inhalt vor Fliegen zu schützen. Daraus entwickelten sich dann angeblich die heute als Tapas bekannten Snacks.

So unsicher die Entstehungsgeschichte der Tapas, so sicher diese Tatsache: Bei sprichwörtlich einer Bar pro Einwohner sind Kneipentouren in Spanien nichts für schwache Lebern – die gehaltvollen und häufig fetthaltigen Häppchen zwischendurch beugen jedoch einem Kater vor.